Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand

Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand

Executive Summary

Qualifizierte Mitarbeiter sind schwer zu finden. Der Fachkräftemangel steigt und macht sich in Deutschland zunehmend bemerkbar. In verschiedenen Bereichen fehlt es an ausreichend ausgebildetem Personal. Gerade im Mittelstand wird das spürbar. Viele Unternehmen haben bereits Herausforderungen bei der Besetzung von Lehrstellen neben der laufenden Mitarbeitersuche.

Verschiedene Faktoren von der Ausbildungssituation über steigende Ansprüche bis zum demografischen Wandel begünstigen diese Entwicklung. Für Arbeitgeber stellt sich die Frage, wie mit einem steigenden Konkurrenzkampf um Fachkräfte auf dem Markt umzugehen ist und wie man dem fortschreitenden Fachkräftemangel begegnen soll. Sie müssen Strategien finden, um neue Mitarbeiter zu finden und dauerhaft an sich zu binden.

Konsequenzen hat das vor allem auch für die Mitarbeitergewinnung. SocialNatives als Personalmarketing-Agentur bietet hier effizient Unterstützung.

 

Definition: Was ist Fachkräftemangel?

Von einem Fachkräftemangel wird gesprochen, wenn über einen längeren Zeitraum Stellen nicht mit ausreichend qualifizierten Arbeitnehmern besetzt werden können. Als qualifiziert gelten Arbeitnehmer, wenn sie über eine ausreichende Ausbildung oder ein angemessenes Studium verfügen.

Bleiben Stellen unbesetzt, weil Personal fehlt, entsteht eine Konkurrenzsituation unter Arbeitgebern auf dem Markt. Die raren Fachkräfte sollen für das eigene Unternehmen gewonnen und mit ihrem Potenzial langfristig gebunden werden. Daher steigen Löhne, werden Vergünstigungen geboten, um die Stellenangebote attraktiver zu gestalten.

Folgende Kriterien bezeichnen einen Fachkräftemangel in einem bestimmten Bereich:

  • 1. die Vakanzzeit (die Zeit, in der eine Stelle unbesetzt bleibt; es dauert etwa 40 Mal länger, um die Stelle fachgerecht zu besetzen, als sonst im Durchschnitt bei einer Stellenbesetzung)
  • 2. das Ansteigen der Vakanzzeit – im Vergleich zum Vorjahr liegt sie 10 Tage höher
  • 3. auf 100 Stellen kommen weniger als 300 Bewerber (für den Arbeitgeber ist die Auswahl an Bewerbern deutlich eingeschränkt)
  • 4. es gibt weniger qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen

Das Spezifische am Fachkräftemangel ist, dass Arbeitskräfte mit einer speziellen Qualifikation gesucht werden. Dabei spielt die gesamte Anzahl der Arbeitslosen im Verhältnis zum Jobangebot eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist die Qualifikation.

Fachkräftemangel kann eine gesamte Volkswirtschaft betreffen oder regional auftreten. Auf lokaler Ebene lassen sich meist schneller Lösungen finden als auf gesamtgesellschaftlicher. Hier sind Arbeitgeber und Agenturen gefragt, die die Sichtbarkeit und Attraktivität eines Unternehmens mittels Employer Branding und Social Media Recruiting erhöhen.

 

Tischlerin arbeitet mit Holz an Tischkreissäge - Sinnbild für den Fachkräftemangel im Mittelstand

 

Wie hoch ist 2021 der Fachkräftemangel in Deutschland?

Während das Angebot an Stellen in minderqualifizierten Berufen und Hilfsdienstleistungen sinkt, steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften kontinuierlich. Dadurch erklärt sich, dass sich trotz gleichbleibender oder steigender Arbeitslosigkeit ein Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen abzeichnet oder sich sogar manifestiert hat.

Besonders Bereiche, die auf eine Qualifikation angewiesen sind, verzeichnen einen Mangel an entsprechend ausgebildeten Bewerbern. Dazu gehören:

  • Bau
  • Handwerk
  • Gesundheitsbranche und Pflege
  • Medizin
  • IT
  • Technische Berufe

Hinzu kommen die sinkenden Zahlen an fähigen Bewerbern im gesamten MINT-Bereich (IT, Mathematik, Naturwissenschaften, Technik), die sich in offenen oder unzureichend besetzten Stellen im Ingenieurwesen, im Management und in Leitungspositionen oder in der Verwaltung äußern.

Der Fachkräftemangel tritt nicht flächendeckend auf und verändert sich temporär. Pandemiebedingt ist es durch die eingetretene Krisensituation zu Entlassungen gekommen. Jedoch werden nur selten Fachkräfte freigesetzt. Eher hat sich die Tendenz verstärkt, dass auch ein Wechsel von dieser Klientel selbst nicht angestrebt wird.

Tendenziell lässt sich sagen, dass mittelständischen Unternehmen durch eine insgesamt geschwächte Ausbildungssituation weniger Azubis zur Verfügung stehen werden und sich durch die Abnahme der arbeitsfähigen Bevölkerung in den genannten Bereichen der Fachkräftemangel verstärken wird. Das betrifft insbesondere auch das Handwerk. Hinzu kommen steigende Anforderungen durch technische Entwicklungen und zunehmende Automatisierung. Es wird davon ausgegangen, dass zwar die Arbeitslosigkeit insgesamt steigt, dies jedoch den Fachkräftemangel nicht eingrenzt, da hier Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung gefragt sind. Man geht ab 2022 von etwa 400.000 fehlenden Fachkräften pro Jahr allein in Baden-Württemberg aus.

 

Wie entsteht Fachkräftemangel?

Die Gründe für einen Fachkräftemangel können vielfältig sein. In Deutschland gehören dazu zunächst eine Abnahme der Geburten und Schwierigkeiten im Schulwesen, die zu niedrigen Bildungsstandards geführt haben. Das stellt mittelständische Handwerksunternehmen zunehmend vor Herausforderungen, da bereits Azubis nicht den branchentypischen Anforderungen entsprechen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung und Einarbeitung nicht mitbringen.

Automatisierung, Digitalisierung und Innovationen lassen die realen Ansprüche in den einzelnen Branchen steigen. Es wird insgesamt mehr Fachpersonal benötigt, um die komplexen Anforderungen zu bewältigen.

Durch Konjunkturschwankungen kam es in den vergangenen Jahrzehnten zur Schrumpfung in bestimmten Bereichen. Löhne sanken und Personal wurde freigesetzt. Die Ausbildung in Handwerks- und Pflegeberufen war weniger gefragt. Die Veränderungen im Bildungswesen mit der Zusammenlegung von Schulformen brachte keine Verbesserung der Bildungsstandards, sondern führte zu einer Entwertung höherer Schulabschlüsse und einer Verzerrung des tatsächlichen Kenntnisstandes. Dieser liegt oft unter dem notwendigen Niveau, sodass gerade kleinere Betriebe, die bereits in der Ausbildungszeit auf fähige Mitarbeiter angewiesen sind, hier vor einer Herausforderung stehen.

Die Arbeit im Ausland erweist sich für viele Fachkräfte als lukrativer. Das betrifft nicht nur die Abwanderung von Akademikern wie Ärzten und IT-Ingenieuren, sondern auch die Bau-Branche. Gleichzeitig setzen hohe Steuern und Abgaben mittelständischen Unternehmen enge Grenzen bei der Lohngestaltung.

Auch lokal kann ein Fachkräftemangel von vielen Faktoren bedingt sein. Hohe Mieten haben dazu geführt, dass Pflegepersonal für den Krankenhaus- und Klinikbetrieb in Metropolen schwer zu bekommen ist. Auf dem flachen Land hingegen ist die fehlende Infrastruktur oft ein Beweggrund für die Abwanderung junger Fachkräfte.

 

Was können mittelständische Unternehmen gegen den Fachkräftemangel tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, die mittelständische Unternehmen nutzen können, um sich selber gut aufzustellen und dem Fachkräftemangel auch längerfristig zu begegnen. Der Mitarbeiter selbst muss dazu mehr ins Zentrum gerückt und als Kunde betrachtet werden.

Erhöht sich die Attraktivität des Arbeitsplatzes durch bewusstes Employer Branding, entscheiden sich Arbeitnehmer und Azubis für ein Unternehmen. Dazu zählen nicht vorrangig eine Lohngestaltung auf hohem Niveau, sondern auch die Unternehmenskultur. Flexible Arbeitszeiten, Goodies wie zusätzliche Urlaubstage und Qualifikationsmöglichkeiten sind gewünschte Anreize, mit denen Mitarbeiter nicht nur geworben, sondern auch langfristig gebunden werden können.

Dabei sollte der Blick nicht nur auf den Bereich der 25- bis 40-Jährigen gerichtet werden, sondern auch Einsteiger, Zuwanderer und ältere Menschen mit Erfahrung umfassen. Hier ist branchenspezifisch vorzugehen. Mit Einstiegs- und Weiterbildungsmaßnahmen kann es mittelständischen Unternehmen gelingen, gezielt eigene Fachkräfte auszubilden. Voraussetzung ist ein effizientes Recruiting, dass potenzielle Mitarbeiter und Fachkräfte auf allen Kanälen anspricht und so die Mitarbeitergewinnung erfolgreich gestaltet. Dazu gehört definitiv aktives Social Media Recruiting.

 

So können wir Ihnen als Personalmarketing-Agentur helfen

Mitarbeitergewinnung ist ständig im Wandel. Trends müssen beobachtet, Prognosen gestellt und langfristig immer wieder aufs Neue angepasst werden. Der Konkurrenzkampf um Fachkräfte ist hart. Damit die Vorzüge Ihres Unternehmens gesehen werden, brauchen Sie ein Employer Branding, das Ihre Zielgruppe positiv wahrnimmt.

Dazu gehört die Präsenz auf allen Kanälen, die von Ihrer Klientel genutzt werden. Social Media Recruiting bezieht sich nicht nur auf Jobportale, sondern auf die Seiten im Netz, die Menschen tatsächlich täglich nutzen. SocialNatives unterstützt Sie dabei, sich selbst attraktiv zu positionieren und die Aufmerksamkeit zu generieren, die Sie weiterbringt.

SocialNatives macht Sie und Ihr Unternehmen bekannt, damit Sie die besten Fachkräfte bekommen, die Sie für Ihr Unternehmen brauchen: „Make the Mittelstand sexy again!“ Sie wünschen sich wöchentlich mindestens eine potente Bewerbung? Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Sie!

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